6 bemerkenswerte Vorteile von Achtsamkeit

 

Momentan ist Achtsamkeit ja in aller Munde. Jetzt könnte man das ja durchaus (wie so vieles) als so eine Art Modeerscheinung abtun. Ich persönlich halte Achtsamkeit aber tatsächlich für eines der wichtigsten Werkzeuge im Umgang mit anderen Menschen und vor allem mit sich selbst.

 

Hier habe ich 6 Vorteile zusammengestellt, an die du vielleicht gar nicht sofort denkst, wenn du das Wort Achtsamkeit hörst. 

1. Achtsamkeit verlängert das Leben ...

... zumindest subjektiv. Aber das ist doch auch schon mal was.

Wer kennt nicht den Satz: „Mensch Kinder, wie die Zeit vergeht.“? Und meistens kommt noch der Satz dahinter:„Je älter man wird, desto schneller vergeht die Zeit.“

 

Objektiv gesehen ist das natürlich quatsch. Der Tag hat für einen 60-Jährigen genau so viele Stunden wie für eine 3 jährige. Der Unterschied ist nur, die 3-Jährige bekommt die Stunden auch alle mit (außer natürlich, wenn sie schläft).

Kinder sind fasziniert von allem. Für sie ist alles neu, alles aufregend. Je älter man wird, desto mehr Automatismen haben sich eingestellt. Viele Dinge laufen nach einem bestimmten Schema ab und die Zeit verrinnt, ohne dass etwas Neues passiert. 

 

Am Ende jeden Jahres, in dem es mal wieder keinen oder kaum einen Höhepunkt gab, der im Gedächtnis hängen geblieben ist, fragt man sich dann: „Wo ist das Jahr bloß geblieben?“ Kein Wunder also, dass man glaubt, die Zeit vergeht im Alter viel schneller. 

Dem kannst du aber entgegenwirken, indem du eingefahrene Schienen verlässt, dich (wieder) für Neues öffnest und dem Neuen dann natürlich auch neugierig und achtsam, wie ein Kind, entgegentrittst.

2. Du lernst aus deinen Tagträumen deine wahren Bedürfnisse herauszufiltern

Sich in Tagträume zu flüchten, vermag etwas Wunderschönes zu sein. Wenn es draußen kalt und regnerisch ist, kann man sich an einen warmen Ort am Meer träumen, nach einem stressigen Arbeitstag setzt man sich in Gedanken vor eine einsame Berghütte und blickt hinüber über den idyllisch gelegenen See. Das alles trägt ganz wunderbar zur Entspannung bei. 

 

Es gibt aber auch Tagträume, die dich darauf aufmerksam machen wollen, dass irgendetwas in deinem Leben nicht stimmt. Vielleicht träumst du dich auf der Arbeit acht Stunden lang woanders hin, weil du die Wirklichkeit nicht ertragen kannst. Oder du träumst dir deinen Wunschpartner zurecht, weil die Streitigkeiten mit deinem (wirklichen) Partner an deinen Nerven zerren. 

 

Wenn du diese Tagträume immer wieder unkontrolliert an dir vorbei ziehen lässt, ziehen sie dich automatisch immer tiefer in eine Abwärtsspirale der Unzufriedenheit. Gehst du aber achtsam mit ihnen um, erzählen sie dir, was in deinem Leben nicht stimmt. Dann heißt es natürlich auch daran zu arbeiten.

3. Du sparst Energie

Wenn wir uns in einem Gedankenkarussell befinden, in dem es nur um Probleme geht, womöglich noch um Probleme, die eventuell auf uns zukommen könnten oder um Dinge, die in der Vergangenheit falsch gelaufen sind (oder von denen wir meinen, dass sie falsch gelaufen sind), steigt automatisch unser Stresslevel. 

In solchen Stresssituationen reagiert der Körper, indem er alle Körperfunktionen, die nicht unmittelbar für das Überleben notwendig sind, auf ein Minimum beschränkt (Verdauung, Sexualfunktion, usw.). Alles, was Energie liefert, wird allerdings aktiviert (Blutdruck, Herzschlag, Atemfrequenz …).

 

Steuern wir dem nicht entgegen, indem wir unseren Stresspegel wieder auf ein gesundes Maß zurückdrehen, drohen auf lange Sicht ernsthafte, gesundheitliche Probleme.

Hier hilft die Achtsamkeit, indem sie uns in die Gegenwart zurückholt und aus diesem Gedankenkarussell befreit. 

 

4. Du wirst (wieder) zauberhafte Momente erleben

Manchmal denke ich, wenn die Menschen mal genau so sehr auf die schönen Dinge des Lebens achten würden, wie sie sich auf die negativen Dinge konzentrieren, wäre die Welt schon um einiges freundlicher. Na gut, jetzt muss ich ja zugeben, wir werden mit schlechten Nachrichten bombardiert. Sie verkaufen sich halt besser (verstehe ich zwar auch nicht, scheint aber ja so zu sein). 

 

Du hast aber die Möglichkeit, das zu ändern, denn du bestimmst schließlich selbst, auf was du achtest. Versteh mich jetzt nicht falsch: Das heißt nicht, du sollst deine Augen vor den schlimmen Dingen verschließen. Wenn du aber achtsam den vielen kleinen schönen Dingen des Alltags begegnest, verändert sich deine Welt (und mit Sicherheit auch die deiner Nächsten) um einiges in eine positivere Richtung. 

5. Gespräche verlaufen intensiver

Man sollte ja meinen, dass, wenn sich zwei erwachsene Menschen miteinander unterhalten, immer abwechselnd einer redet und einer zuhört. Das ist aber mehr oder weniger nur ein Wunschdenken. 

 

Viele Gespräche laufen so ab: Einer redet, der andere bewertet zeitgleich das Gesprochene (vorausgesetzt, er hat überhaupt zugehört und nicht darüber nachgedacht, was es heute zu essen gibt) und überlegt in einem schon, was er denn selber gleich erzählen könnte. Ist ihm dann was eingefallen, kann er es entweder kaum noch abwarten, bis sein Gegenüber fertig mit reden ist, oder er fällt ihm direkt ins Wort. 

 

Dass in solchen Gesprächen nicht viel bei rum kommt, dürfte wohl jedem klar sein. Der „Zuhörer“ bekommt von dem Gespräch kaum etwas bis gar nichts mit. Derjenige, der gerade spricht, fühlt sich nicht ernst genommen.

Es geht also darum, seinem Gesprächspartner achtsam und mit Respekt zuzuhören, ohne das Gesagte im Geiste zu bewerten. Es geht aber natürlich auch darum, beim Reden auf die eigenen Worte zu achten und nicht einfach drauflos zu blubbern. 

 

6. Du erkennst deine Chancen, wenn sie kommen

Mal angenommen, du weißt jetzt ganz genau, was du willst. Du hast ein Ziel, das du von ganzem Herzen verfolgen möchtest und alleine bei der Vorstellung das Ziel zu erreichen, führen deine Emotionen einen Freudentanz auf (schöne Vorstellung, oder?) Nein im Ernst, das ist wirklich toll, denn so pflanzt du praktisch ein Saatkorn in dein Unterbewusstsein ein und dein Unterbewusstsein versucht dich auf alle möglichen Chancen zu stoßen, die mit diesem Ziel zusammenhängen. 

 

Läufst du nun aber weiter mit Scheuklappen durch die Gegend oder bist in Gedanken wohlmöglich nur noch bei deinem Ziel, ohne auf den jetzigen Moment zu achten, kann es passieren, dass du andauernd an deinem Ziel vorbei rennst. Oder zumindest an den Gelegenheiten, die dich deinem Ziel näher bringen. Nimmst du aber jeden Moment mit offenen Augen wahr, kann sich dieses Saatkorn entfalten, du bemerkst die Chancen, sobald sie sich bieten und kannst sie sofort ergreifen.

Wer achtsam durch das Leben läuft, erkennt viel mehr Möglichkeiten, die ihn auf seinem Lebensweg weiterbringen. Jetzt heißt es nur noch, diese Möglichkeiten auch zu ergreifen.

 


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Kommentare: 2
  • #1

    J. N. (Sonntag, 21 August 2016 08:14)

    Hallo Frau Rosenbaum,

    vielen Dank für diesen hilfreichen Artikel. Ich gehöre zu den Menschen, die sich schnell in etwas hineinsteigern und im Gedankenkarusell verweilen können. Die körperliche Anspannung ist sehr stark. Ich bemühe mich jeden Tag Momente der Achtsamkeit einzubauen. In wirklich anstrengenden Phasen ist das gar nicht so einfach. Doch die achtsamen Momente sind mir sehr wichtig geworden und ich spüre den positiven Effekt.

  • #2

    Monika (Montag, 22 August 2016 13:20)

    Vielen Dank für Ihren Kommentar. Freut mich, dass Ihnen dieser Artikel gefallen hat. Ich weiß sehr gut, wie schwer es ist, aus diesem Gedankenkarussell auszusteigen. Achtsamkeit ist dabei tatsächlich eines der hilfreichsten "Werkzeuge". Wichtig ist, dass man sich dabei nicht unter Druck setzt und sich verurteilt, wenn man mal wieder nicht Achtsam war. Denn alleine schon die Tatsache, dass man die unachtsamen Augenblicke bemerkt, ist ja auch schon ein Erfolg. Ich wünsche Ihnen noch viele viele achtsame Momente.
    LG Monika