Mehr Gelassenheit im Alltag - die Entscheidung liegt bei dir

Wie sieht es bei dir aus? Kannst du, auch in stressigen Situationen, die Ruhe bewahren oder gehörst du eher zu den Menschen, die schnell mal aus der Haut fahren?

 

Regst du dich auch gerne auf, wenn nicht alles so läuft, wie du es dir vorstellst  oder sagst du dann: „Hey, so ist das Leben, lass uns das Beste draus machen“?

 

lachender Buddha
Gelassenheit ist eine Sache der inneren Einstellung

Ich denke, niemand kann sich davon freisprechen, ab und zu mal die Fassung zu verlieren. Wenn das allerdings überhand nimmt oder sogar zur Gewohnheit wird, sollte man vielleicht doch mal seine innere Einstellung überdenken.

 

Denn ob du es glaubst oder nicht: Gelassenheit kann man lernen und die Entscheidung dazu liegt ganz alleine bei dir.  

Eine Bekannte von mir (eine entfernte Bekannte von mir) hat die Eigenschaft, sich über alles aufzuregen. Und ich meine wirklich über alles. Über das Wetter (und dabei spielt es auch keine Rolle, wie das Wetter gerade ist), über ihre Arbeit, über die Politik und über andere Leute. Ganz besonders über andere Leute.

 

Zuletzt sagte sie mal zu mir, wie sehr sie mich doch dafür bewundert, dass ich immer so ruhig bleiben kann (und das fällt mir Menschen gegenüber, die sich über alles aufregen, ganz schön schwer).

 

Erst habe ich mich natürlich brav bedankt, dann habe ich ihr aber erklärt, dass ich an dieser Einstellung auch sehr lange gearbeitet habe (und immer noch arbeite). Und, dass sie doch mal über den Satz nachdenken soll: "Ich entscheide selber, ob ich mich aufrege oder nicht“.

 

Es kam aber sofort die Antwort: „Nein, das könnte ich nicht. Ich bin eben ein aufbrausender Mensch“.

 

Also hat sich das Gespräch für mich erledigt. Ich bin ja sehr gerne bereit, jemandem zu helfen, aber ich werde einen Teufel tun und versuchen jemanden zu missionieren, der kein Interesse zeigt. 

 

Es ist ja nun mal so:

Will man an sich arbeiten und anfangen, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen, muss man den Weg des geringsten Widerstandes verlassen.

Und hier liegt der Hase im Pfeffer: Dazu ist nicht jeder bereit.

 

Kann jeder gelassener werden?

Gelassenheit ist keine gottgegebene Gabe. Sie setzt allerdings eine gute Portion Eigenverantwortung voraus. Alleine schon deswegen, weil wir überhaupt erst einmal erkennen müssen, dass es in unserer Hand liegt, gelassener zu reagieren.

 

Wer aber generell dazu neigt, die Schuld woanders zu suchen, sei es bei anderen Menschen, den äußeren Umständen, oder von mir aus auch beim Schicksal, der befindet sich ganz klar in einer Opferrolle. Und derjenige wird sich auch schwertun, die Verantwortung für seine Reaktionen zu übernehmen.

 

Als Entschuldigung kommt dann: „Dafür habe ich keine Geduld“, „So etwas macht mich nun mal wütend“ oder „Das ist eben meine Natur“. 

 

Leider fühlen sich viele Menschen in dieser Rolle auch noch wohl. Für sie gehört das „Aus der Haut fahren“ einfach mit dazu und so seltsam es sich auch anhören mag, bei manchen Leuten meldet sich im Inneren eine leise Stimme, die fragt „Was habe ich denn noch, wenn ich mich nicht aufrege?“

 

Gelassenheit und Eigenverantwortung liegen also ganz nah beieinander.

 

Ich merke das ja auch an mir selbst. Sobald ich anfange, mich über etwas aufzuregen, verliere ich meinen objektiven Blick auf das Geschehen. Meine Offenheit gegenüber Neuem verschwindet langsam und ich fühle mich irgendwie ausgeliefert. Wem auch immer.

 

Gott sei Dank habe ich das so langsam im Griff und ich kann dem entgegensteuern. Denn der Weg zu mehr Gelassenheit beginnt mit der inneren Einstellung. Und die kann man ändern.

 

Das klappt natürlich nicht von heute auf morgen. Aber wichtig ist, sich erst einmal klar zu machen, dass die Entscheidung bei einem selbst liegt.

 

  • Liegt es nicht an dir, ob du das Leben deines Kollegen tolerierst, oder ob du die Nase darüber rümpfst?
  • Ärgerst du dich, weil es regnet? Du kannst dich genauso gut dazu entschließen, im Regen zu tanzen.
  • Du entscheidest, ob du mit dem Auto, das du besitzt, zufrieden bist, oder ob dein Auto unbedingt schneller, größer oder besser sein muss, als das deines Nachbarn.
  • Hat dein Sohn eine Fünf mit nach Hause gebracht und du bist wütend? Entscheide dich lieber dafür, ihn in den Arm zu nehmen und mit ihm gemeinsam nach einer Lösung zu suchen, damit es beim nächsten Mal besser wird.

 

Mein Weg zur inneren Ruhe

Auch ich bin nicht so gelassen und entspannt auf die Welt gekommen. Das heißt, wahrscheinlich schon, warum hätte ich mich auch als Baby über irgendetwas aufregen sollen?

 

Aber irgendwie verselbstständigen sich im Laufe der Jahre viele innere Abläufe und dann kommt es zu automatischen Reaktionen, die einem nicht unbedingt gut tun. 

 

Ja, auch wenn ich als introvertierter Mensch schon immer einen gelassenen Eindruck gemacht habe, mein Innerstes sah früher oft anders aus. Heute zwar auch noch hin und wieder, aber heute habe ich meine innere Ruhe, dem Eindruck, den ich nach außen hin mache, ein bisschen besser angepasst.

 

Es mag sich jetzt vielleicht naiv oder von mir aus auch abgedroschen anhören, aber als ich mich dazu entschlossen habe, ein entspannteres und gelasseneres Leben zu führen, hat es mir geholfen, mir immer wieder das Gelassenheitsgebet vor Augen zu führen.

 

Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,

  den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,

  und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

 

Es ist doch tatsächlich so:

  • Es regnet, ob du dich aufregst oder nicht.
  • Die Fünf ist schon geschrieben, da ändert deine Wut auch nichts mehr dran, im Gegenteil. 
  • Wenn es dich stört, wie dein Kollege lebt, raubt das dir die Energie, nicht deinem Kollegen.
  • Und wenn deine Zufriedenheit davon abhängt, ob du ein besseres Auto als dein Nachbar besitzt, ist dein Leben im Ungleichgewicht. Deinem Nachbarn wird das relativ egal sein.

Frag dich einfach mal:

Will ich wegen Dingen, die ich eh nicht ändern kann, wirklich meine wertvolle Energie verschwenden? Energie, die ich so viel sinnvoller einsetzen könnte für Dinge, die ich ändern kann?

 

Jetzt ist nur das mit der Weisheit so eine Sache:

Das Schwierigste ist tatsächlich oft, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

Beim Regen ist das ja noch einfach. Solange ich mich nicht für einen Wettergott halte, sollte mir schon klar sein, dass ich daran nichts ändern kann.

 

Aber wie sieht es mit anderen Dingen aus? Mit großen, vielleicht sogar globalen Missständen, denen wir uns hilflos ausgeliefert fühlen? 

 

Hier ist es wichtig, erst einmal Abstand zu nehmen.

Sieh dir das Problem praktisch von außen an und lasse auch deine Emotionen außen vor.

Dann entscheide noch mal ganz objektiv: Kann ich diese Sache ändern oder nicht?

Wenn es dir nicht direkt gelingt, kann es auch helfen, das Problem schriftlich zu formulieren. 

 

Ich weiß, dass das nicht immer einfach ist und ich weiß auch, dass einen manche Dinge trotzdem an den Rand des Wahnsinns bringen können. Obwohl man weiß, dass man sie nicht ändern kann.

 

Hier hilft es, sich zu überlegen, ob man nicht wenigstens im Kleinen etwas ändern kann. Vielleicht kannst du ja nicht die Welt retten, aber du kannst einen kleinen Beitrag leisten, damit es in deinem näheren Umfeld harmonischer zugeht.

 

Denn Tatsache ist nun mal:

Mit Hektik, Stress und Aufregung ist niemandem geholfen. Dir nicht, den Menschen und Tieren in deiner Umgebung nicht und der Welt auch nicht. 

 



In diesem kleinen aber hilfreichen Büchlein lädt die Autorin Ashley Davis Bush zu achtsamen Momenten des Innehaltens ein. Sie beschreibt die Gelassenheit in 7 Kapiteln als einen Weg, sich dem Leben anzuschließen.

 

Die Übungen sind einfach umzusetzen und wirken sich bei regelmäßiger Anwendung effektiv auf den gesamten Alltag aus. Keine anspruchsvolle Lektüre, sondern ein liebevoll verfasstes Buch, das man immer wieder gerne zur Hand nimmt.




Zwei Grundeinstellungen, die dabei helfen, das Leben gelassener zu sehen: Achtsamkeit und Humor

Achtsamkeit

Wenn du dir erst einmal bewusst darüber bist, in welchen Situationen du überreagierst oder welche Dinge dich aus der Ruhe bringen, kannst du gezielter daran arbeiten.

 

Übst du dich in Achtsamkeit,

  • lernst du innezuhalten,
  • erkennst du diese Situationen, bevor es anfängt zu eskalieren. Denn meistens laufen unsere Reaktionen in Stressmomenten ja vollkommen automatisch ab,
  • beginnst du zu agieren, anstatt zu reagieren,
  • bist du von vorneherein viel ruhiger, denn Achtsamkeit und Hektik schließen sich aus.

Und nicht zu vergessen:

Achtsamkeit hilft dir auch dabei, den Fokus auf die schönen Dinge des Lebens zu richten.

 

Humor

Tja, der Humor. Jetzt alle Vorteile des Humors aufzuführen, würde diesen Artikel sprengen. Fakt ist, mit Humor geht im Leben so einiges leichter und die innere Ruhe zu finden gehört auf jeden Fall mit dazu.

 

Dazu zitiere ich einfach mal den Duden, denn diese Definition von Humor bringt es auf den Punkt:

 

Humor ist die Begabung eines Menschen, der Unzulänglichkeit der Welt und der Menschen, den alltäglichen Schwierigkeiten und Missgeschicken mit heiterer Gelassenheit zu begegnen.

 

Es versteht sich hoffentlich von selbst, dass es hier nicht darum geht, alles ins Lächerliche zu ziehen und erst recht nicht darum, auf Kosten anderer zu lachen.     

 

Wenn du aber lernst, schwierigere Situationen mit Humor zu nehmen und vor allem auch über dich selber zu lachen, stellt sich die Gelassenheit fast wie von alleine ein.

 



Ich hoffe, dieser Beitrag konnte dich ein wenig inspirieren. Vielleicht gibt es ja jemanden, mit dem du ihn gerne teilen möchtest.

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