Problemlösungen kreativ angehen - was nicht passt, muss eben passend gemacht werden

 

Angenommen du hast ein Problem und suchst nach einer Lösung. Soll ja vorkommen. Du kannst jetzt das Internet durchsuchen, du kannst Freunde fragen, du kannst dir ein Buch von einem Experten kaufen, usw. usf. Es gibt da schon einige Alternativen, um nach Hilfe zu suchen.

Nehmen wir mal an, du bekommst auch einen Lösungsvorschlag präsentiert. Du hast jetzt genau drei Möglichkeiten, damit umzugehen:

Möglichkeit 1: Du suchst sofort nach Gründen, warum diese Lösung für dich nicht infrage kommt.

 

Möglichkeit 2: Du greifst diese Lösung auf und versuchst sie mit aller Gewalt und ohne zu hinterfragen umzusetzen.

 

Möglichkeit 3: Du nimmst die Lösung als Vorschlag an und versuchst sie an deine eigene Situation anzupassen.

 

Na, was ist da wohl am sinnvollsten? 

Ich wette, du sagst jetzt Möglichkeit 3 und damit hast du natürlich auch recht. Aber mal ehrlich: Reagierst du auch immer so, wie es am sinnvollsten ist?

Schauen wir uns die Vorschläge doch mal ein wenig genauer an: 

 

1. Du suchst sofort nach Gründen, warum diese Lösung für dich nicht infrage kommt

Die Leute, die so reagieren, antworten dann meistens noch mit dem Satz: „Ja, das hört sich toll an, kommt für mich aber leider nicht infrage, weil …!“

Und dann kommen Sätze wie:

 

… dafür habe ich keine Zeit!

… dafür habe ich kein Geld!

… das läuft bei mir nicht!

… dafür bin ich zu jung/zu alt/zu dick/zu dünn/zu groß/zu klein/ zu was weiß ich.

 

Na? Hand aufs Herz. Findest du dich hier wieder? Zumindest ab und zu? Ich denke, davon kann sich kaum jemand freisprechen. 

 

Es wäre jetzt auch vermessen, diese Reaktion direkt mit dem Vorurteil abzutun: Leute, die so antworten, sind nur zu faul, aktiv zu werden. Das stimmt nicht. Also nicht ganz, denn die gibt es bestimmt auch. Allerdings würden diese Leute diesen Artikel wahrscheinlich gar nicht erst lesen.

 

Tatsache ist aber, eine Lösung ist meist mit einer Veränderung (und mag sie auch noch so klein sein) verbunden. Und dagegen wehrt sich das Unterbewusstsein erst einmal. Nicht um uns zu ärgern, sondern um uns zu schützen. Denn es könnte ja sein, dass uns diese Veränderung nicht gut tut.

 

Es ist also nicht schlimm, wenn einem erst einmal eine Ausrede einfällt. Schlimm wird es erst, wenn man diese Ausrede nicht mehr hinterfragt.

Oder, wenn man wirklich bewusst nach einer Ausrede sucht, um nicht aktiv zu werden. Dann sollte man aber lieber direkt ehrlich zu sich selber sein und zugeben, dass man gar keine Lösung will. 

 

2. Du greifst diese Lösung auf und versuchst sie mit aller Gewalt und ohne zu hinterfragen umzusetzen

Ja, in diese Falle bin ich auch schon öfter getappt. Da liest man Ratgeber, hört Tipps von Leuten, die das alles schon erlebt haben und denkt:

Das muss doch funktionieren, wenn es bei dem und dem auch geklappt hat. 

oder

Wenn Experte XY das sagt, wird das wohl stimmen, denn der hat ja schließlich Ahnung davon (sagt er). 

 

Diese Methode hat gleich zwei gravierende Nachteile:

 

1. Wenn dieser Lösungsweg nicht zu deiner Person passt, wirst du so dein Problem auch nicht lösen können.

Heißt im Klartext: Das Problem ist immer noch da.

 

2. Zu allem Überfluss stellt sich auch noch ganz schnell ein schlechtes Gewissen ein.

So nach dem Motto: Bei anderen klappt das - nur bei mir nicht - ich bin einfach zu blöd dafür - ich werde das nie schaffen.

Und schon hängst du in einer Negativspirale. Und wie es dann weitergeht, wenn du nicht aufpasst, kannst du dir bestimmt lebhaft vorstellen.

 

Wie lange sich das Ganze hinzieht, liegt an deiner Ausdauer. Die einen versuchen diesen Weg immer und immer wieder und werden bei jeder Niederlage frustrierter, die anderen geben direkt auf und sagen sich: „Ich kann das eben nicht.“ 

 

3. Du nimmst diese Lösung als Vorschlag an und versuchst sie an deine eigene Situation anzupassen

Jeder, absolut jeder ist ein Individuum! Deswegen ist auch jedes Problem individuell. Wenn dir das erst einmal wirklich bewusst ist, wird dir auch klar, dass es keine generelle Lösung für ein Problem gibt.

Als ich mich vor etwa 6 Jahren dazu entschlossen habe, etwas in meinem Leben zu verändern und nach Lösungen gesucht habe, habe ich mich mit verschiedenen Themen und Techniken befasst. Unter anderem mit Mentaltraining, positivem Denken und ich habe auch ein bisschen in die Welt der Esoterik reingeschnuppert.

 

Vieles, was ich damals gelesen habe, hat sich ganz toll angehört. Es war fast wie in einem Selbstbedienungsladen für ein glückliches und erfülltes Leben. Denn seien wir mal ehrlich, die meisten Experten können ihre Tipps und Ratschläge ja auch wunderbar verkaufen und „Expertenwissen“ nehmen wir halt gerne mal ohne zu hinterfragen hin. Aber irgendwann kam die Ernüchterung. Es tat sich nichts. Also zumindest nicht das, was mir „versprochen“ wurde.

 

Jetzt wollte ich mich aber nicht damit abfinden, dass ich in meinem Leben halt nichts ändern kann. Ich wollte aber auch nicht noch mehr Energie in Dinge reinstecken, die sich für mich irgendwie nicht stimmig angefühlten. Also habe ich ausgesiebt. Ich habe in mich selbst reingehört, und mich gefragt, was mir davon wirklich gut tut und was für mich hilfreich ist (und ich bin davon überzeugt, dass mir dabei meine inneren Helfer aus meinem Unterbewusstsein geholfen haben und keine Engel). 

 

Auch wenn ich keine dieser Methoden heute weiter verfolge, kann ich nicht sagen, es war eine vergeudete Zeit. Jeder dieser Ansätze hat mir etwas auf meinem Weg mitgegeben.  Einige mehr, einige vielleicht „nur“ die Erkenntnis, dass es nichts für mich ist. 

Um zu dieser Erkenntnis zu kommen, muss allerdings jede Lösung erst einmal objektiv betrachtet werden. Egal ob du sie von einem „Experten“ hast, von einem Freund oder ob sie dir selber eingefallen ist.

 

Das heißt auch, sich für Dinge zu öffnen, die auf den ersten Blick ein wenig sonderbar oder abwegig daherkommen.

Oder Wege, die sich etwas (oder sehr) kurios anhören, eben nicht sofort zu verteufeln, sondern sie sich erst einmal anzusehen und vielleicht sogar einige Schritte in diese Richtung zu gehen. 

 

Außerdem ist es wichtig, sich auch Teilaspekte einer Lösung anzusehen, um das für sich brauchbare herauszufiltern. 

Alles andere, auch wenn es sich noch so sinnvoll anhört, sollte man zur Seite legen (ja, auch das Expertenwissen). 

 

Auf diese Weise haben sich für mich auch die Hilfsmittel (Werkzeuge) herauskristallisiert, mit denen ich heute am liebsten arbeite. Was nicht heißt, dass das für den Rest meines Lebens so bleiben muss. Problemlösungen kreativ angehen, heißt auch, immer mal wieder zu reflektieren, ob man sich noch auf dem (für sich) richtigen Weg befindet.

Es ist nun mal so >>> Kein Buch, kein Coach, kein noch so toller Ratgeber ersetzt das eigene Denken. Und das ist auch gut so.

Ratgeber suche ich mir heute übrigens nur noch ganz gezielt aus. Und wenn ich einen lese, habe ich immer einen Stift und Papier neben mir liegen.

Hier geht es zu einem Artikel zu diesem Thema, den ich vor einiger Zeit für ein anderes Portal geschrieben habe >>> Ratgeber aktiv lesen





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Kommentare: 1
  • #1

    Anja Maschlanka (Mittwoch, 27 Juli 2016 11:44)

    Probleme lösen ist sicher eins der interessantesten Themen, da wir ja immer wieder im Leben mit Problemen konfrontiert werden. Ich gehöre zu den Menschen, die sich nicht gern lange mit einem Problem beschäftigen, sondern darüber nachdenken wie eine brauchbare Lösung aussieht und welche Schritte notwendig sind, um diese Lösung herbei zu führen.

    Liebe Grüße
    Anja Maschlanka