Auf Safari in Marienburg

Heute nehme ich euch mit auf Großwildjagd. Aber keine Angst, ich bin nur mit meiner Kamera bewaffnet ;)

 

Start meines Spaziergangs ist das Rheinufer in Bayenthal, wo ich zuerst einmal bei herrlichem Sonnenschein den tollen Ausblick über den Rhein genieße.

 

Blick auf den Rhein in Köln
Blick von Bayenthal über den Rhein

Dann geht es Richtung Bayenthalgürtel, wo der riesige Bismarckturm mit einem ziemlich grimmig dreinblickenden Reichskanzler steht.

Der Bismarckturm - ein Denkmal für den Reichskanzler Otto von Bismarck

27 m ragt der Turm, der 1903 eingeweiht wurde, in die Höhe.

Die Bismarckfigur selbst ist 15 m hoch. In dem darüber liegenden Zinnenkranz befand sich früher eine Feuerschale.

Der Kopf von Otto von Bismarck, Bismarckturm Köln
Denkmal Otto von Bismarck
Bismarckturm in Köln
Der Bismarckturm in Bayenthal

 

Finanziert wurde der Turm hauptsächlich von dem Schokoladenhersteller Heinrich Stollwerck, der wohl ein glühender Verehrer des Reichskanzlers war.

So nannte er nämlich auch die Villa, die er in unmittelbarer Nähe bauen ließ, Bismarckburg.

 

Die Gestaltung der Grünfläche war das erste Gartenbauprojekt, das der Gartenarchitekt Fritz Encke in Köln umsetzte. Danach sollten noch so einige folgen, wie beispielsweise der Friedenspark, der Rosengarten oder der Rheinpark.

 

Mittlerweile wurde der Turm samt Grünfläche dreimal neu saniert (1999, 2001 und 2008). 

Die damals als Hecke gepflanzten Stieleichen haben heute fast dieselbe Höhe wie der Turm. 

 

Seit dem 1. Juli 1980 steht der Bismarckturm als Baudenkmal unter Denkmalschutz.

 

Marienburg - Stadtteil der Villen und Herrenhäuser

Ich gehe noch ein Stück den Bayenthalgürtel entlang und biege dann links in die Goethestraße ein. Jetzt befinde ich mich so langsam im Villenort Marienburg.

 

Seinen Namen hat Marienburg einer Villa zu verdanken, die 1844/45 hier errichtet wurde. Eben der Marienburg. Ich bediene mich hier mal eines alten Bildes, das ich auf Wikipedia gefunden habe.

 

Marienburg 1892-93
Köln-Marienburg, Marienburg 1892-93

 

Gerne würde ich euch ja auch ein paar Bilder dieser beeindruckenden Häuschen auf meinem Weg präsentieren, aber ich selbst fände es auch nicht so toll, wenn alle möglichen Leute mein Haus fotografieren würden.

 

Also belasse ich es dabei, diese prachtvollen Villen einfach nur zu bestaunen und euch einen Spaziergang durch diesen Teil Kölns zu empfehlen. 

 

Dafür habe ich aber noch Bilder der Reformationskirche gemacht. Ist doch auch schön, oder?

 

 

Und auf der Wikipediaseite Villenkolonie Köln-Marienburg findet ihr noch ein paar interessante Bilder der früheren Villen.

 

An der Mehlemer Straße mache ich einen kurzen Abstecher nach links bis zur Hausnummer 27.

 

Hier befindet sich das Martin-Luther-Haus. Dieses Haus wurde 1933/34 während der Herrschaft der Nationalsozialisten erbaut.

 

 Am Eingangsportal befand sich damals ein Relief, das einen SA-Mann und ein Hakenkreuz darstellte.

 

1945 wurde dieses Relief abgeschlagen, die Umrisse hat man aber erhalten.

 

1984 wurde eine Gedenktafel angebracht, die an die schuldhafte Verstrickung der Kirche in das Unrecht der nationalsozialistischen Herrschaft erinnern soll.

 

Die Inschrift lautet:

"Gerechtigkeit erhöht ein Volk, aber die Sünde ist der Leute Verderben."

Eingangsportal Martin-Luther-Haus
Eingangsportal Martin-Luther-Haus

 

Zurück auf der Goethestraße laufe ich jetzt direkt auf den Südpark zu und komme so langsam meinem Zielobjekt näher.

 

Der Südpark in Marienburg

Der Südpark gehört zu den kleinsten Grünanlagen Kölns. Also brauche ich mir wohl auch keine Sorgen zu machen, dass ich lange nach meiner Beute suchen muss.

 

Direkt, nachdem ich den Park betrete, höre ich auch schon ein Rascheln im Gebüsch.

 

Ich laufe ein Stückchen über den Rasen und dann sehe ich ihn in seiner ganzen Pracht in einer Nische stehen:

Bronzestatue, Panther
Der Panther im Südpark, Köln

Die 71 cm hohe und 186 cm lange Bronzefigur des Panthers wurde um 1920 von dem Bildhauer Fritz Behn geschaffen. Sie steht, genau wie der Südpark selbst, unter Denkmalschutz.

 

Jetzt sitze ich hier also im Südpark und ärgere mich ein kleines bisschen, weil die Sonne direkt auf das Objekt meiner Begierde scheint und ich nicht soooo tolle Aufnahmen machen kann, wie ich mir das vorgestellt habe.

 

Aber egal. Ich schließe einfach meine Augen und widme mich dem Gezwitscher der Vögel. Es ist nicht sehr viel los hier im Park. Nur ein paar vereinzelte Hunde mit ihren Herrchen oder Frauchen kommen an mir vorbei.

Parkanlage
Südpark in Marienburg, Köln

 

So still war es vor rund 100 Jahren mit Sicherheit nicht. Als der bogenförmige Park um 1900 angelegt wurde, hat man hier etwa zur selben Zeit auch das „Südpark-Restaurant“ eröffnet.

 

Ja, früher hat man in vielen Grünanlagen direkt ein Restaurant oder Café mit eingeplant, um einen gesellschaftlichen Mittelpunkt zu schaffen. Spontan fällt mir da zum Beispiel das schöne Café im Rheinpark ein. Naja, vielleicht wird das ja noch mal was. In Köln ist man diesbezüglich ja daran gewöhnt zu hoffen und zu warten.

 

Wie so vieles in Köln fiel auch das Südpark-Restaurant den Weltkriegen zum Opfer. Zwar hat man nach dem 2. Weltkrieg noch kurz über einen Wiederaufbau nachgedacht, entschloss sich aber 1951 doch zum Abriss der Ruine.

Mein Rückweg führt mich noch am Kölner Festungsmuseum vorbei

So, jetzt mache ich mich auf Richtung Militärring. Auf dem Weg zur Haltestelle Heinrich-Lübke-Ufer komme ich noch am Kölner Festungsmuseum vorbei.

 

Stein mit der Aufschrift "Kölner Festungsmuseum"
Kölner Festungsmuseum

 

Das Kölner Festungsmuseum befindet sich im Zwischenwerk VIII b im ehemaligen äußeren Festungsring Köln und wird ehrenamtlich betrieben.

 

Kostenlose Führungen finden 14-täglich statt und zwar an jedem 1. Samstag und 3. Sonntag im Monat, jeweils um 12, 14 und 16 Uhr.

 

Zumindest ist das der aktuelle Stand der Dinge. Alle Infos gibt es auf der Seite des Museums. Schaut mal drauf, das liest sich alles sehr interessant.

 

>>> Homepage Kölner Festungsmuseum

 

Eingang mit Aufschrift Zwischenwerk
Zwischenwerk VIII b im ehemaligen äußeren Festungsring Köln


 Ich hoffe, mein kleiner Spaziergang durch Marienburg hat dir gefallen.

Wenn du Lust hast, ihn zu teilen, würde ich mich natürlich sehr freuen und sage DANKE!

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