Maria Clementine Martin - eine der erfolgreichsten Unternehmerinnen in der Geschichte Kölns

 

Maria Clementine Martin war 17 als sie in das Kloster Sankt Anna in Coesfeld eintrat, wo sie zur Krankenpflegerin ausgebildet wurde. Dort bekam sie auch Einblicke in streng gehütete Rezepturen, mit denen sie herumexperimentierte und die sie immer wieder verfeinerte. Mit der Zeit legte sie sich ein umfassendes Wissen über Heilpflanzen und ihre Wirkung zu.  

 

Als das Kloster Sankt Anna und danach auch ihre nächste Station, ein Kloster an der holländischen Grenze, der Säkularisation zum Opfer fiel, ging die Ordensfrau auf Wanderschaft. Sie pflegte Kranke und verkaufte auch ihr selbst hergestelltes Heilwasser.

 

Während der Schlacht bei Waterloo im Jahr 1815 kümmerte sich Maria Clementine Martin um verwundete Soldaten beider Seiten. Für diesen Einsatz bekam sie von Friedrich Wilhelm III (das ist der mit dem Reiterdenkmal auf dem Heumarkt) eine jährliche Rente von 160 Goldtalern.

 

Diese Rente ermöglichte es der Klosterfrau, 1826 in Köln ihr Unternehmen zu gründen. Das Problem war allerdings, dass zu dieser Zeit ein großer Konkurrenzkampf in Köln herrschte, was Heilwasser anging. Damals wurde wohl kopiert, imitiert und gepanscht ohne Ende.

 

Um ihrem Melissengeist eine Einzigartigkeit zu verleihen und ihn vor Fälschern zu schützen, schrieb Maria Clementine Martin einen Brief an den preußischen König, in dem sie ihn darum bat, das preußische Wappen für ihre Erfindung verwenden zu dürfen. Was ihr dann auch gewährt wurde. 

 

Damit hatte sie ein unverwechselbares Warenzeichen auf ihrem Etikett, das sie 1831 beim Rat der Gewerbeverständigen der Stadt Köln eintragen ließ. So begann die Erfolgsgeschichte eines Unternehmens, die bis heute anhält.

Am 9. August 1843 verstarb die Klosterfrau Maria Clementine Martin. Ihr Unternehmen vermachte sie, im Vertrauen, dass er es in ihrem Interesse weiterführt, ihrem Mitarbeiter Peter Gustav Schaeben.

 

Das eher unscheinbare Grab steht heute unter Denkmalschutz. Es liegt direkt an der alten Kapelle, die an der Mauer zur Aachenerstraße steht. Die genaue Stellenbezeichnung ist Lit. J, zwischen Lit. A und B. 

 

 

Außerdem ist die Klosterfrau Maria Clementine Martin mit einer Statue am Kölner Rathaus verewigt und im Rheinauhafen ist ein Platz nach ihr benannt.

 

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