Mit Achtsamkeit in ein entspanntes Leben

Eine kleine Alltagsgeschichte:

Du hast einen Brief, der in den Briefkasten muss. Ja, das kann tatsächlich hin und wieder noch vorkommen. Du legst den Brief auf den Tisch, der im Flur direkt neben der Türe steht, damit du ihn auch auf jeden Fall siehst, wenn du die Wohnung verlässt.

 

Bevor du gehst, nimmst du ihn in die Hand. Nein, du steckst ihn nicht in die Tasche. Du behältst ihn in der Hand, weil du dich kennst, und es passieren könnte, dass der Brief, wenn du wieder nach Hause kommst, immer noch in deiner Tasche steckt.

 

Unterwegs denkst du dir: “Geh ja gleich auf die andere Straßenseite, damit du auch wirklich direkt auf den Briefkasten zuläufst.“ Du wechselst also die Straßenseite.

 

Drüben angekommen kommt dir deine Nachbarin entgegen. Du grüßt freundlich, gehst am Briefkasten vorbei, biegst um die Ecke, guckst in deine Hand und siehst …

  

Und? So etwas Ähnliches schon erlebt?

Ich glaube, da kann sich kaum jemand von freisprechen.

 

Wie oft kommt es vor, dass wir beim Essen darüber nachdenken, was wir anschließend tun möchten, im Büro noch bei dem Streit von gestern sind, am Wochenende schon wieder an die Arbeit denken oder umgekehrt?

 

Achtsamkeit hilft dabei, dieses Gedankenkarussell abzustellen und sorgt dafür, dass wir die Augenblicke (wieder) bewusst wahrnehmen.

 

 

Viele Dinge, die wir täglich tun, gehen in Fleisch und Blut über. Man spricht hier von Automatismen. Das sind manchmal ganz banale Dinge, wie die Tür abschließen oder das Bügeleisen ausschalten.

 

Diese Automatismen laufen meistens ab, ohne dass wir sie überhaupt noch wahrnehmen. Und manchmal können wir uns auch gar nicht mehr daran erinnern.

Wer ist nicht noch mal zurückgegangen und hat nachgeschaut, ob die Kaffeemaschine auch wirklich aus ist?

 

Nicht selten sind es auch längere Unternehmungen, wie die Fahrt zur Arbeit oder der Weg zum Supermarkt, die so automatisch ablaufen, dass wir uns nachher wundern, wie wir überhaupt dahin gekommen sind. Und dann kann es eben auch passieren, dass wir Dinge, die nicht in diesen Ablauf passen (einen Brief einwerfen) einfach vergessen.

 

 

Jetzt darf man diese Automatismen nicht grundsätzlich verdammen. Sie haben schon ihren Sinn. Es wäre nämlich ganz furchtbar, wenn man über alles, was man regelmäßig macht, erst immer wieder neu nachdenken müsste.

 

Das beliebteste Beispiel ist hier immer das Autofahren: Stell dir vor, du müsstest jedes Mal vor dem Schalten wieder neu darüber nachdenken, wo sich der zweite Gang befindet. Oder auf dem Weg zur Arbeit müsstest du dich jeden Tag erst wieder neu orientieren.

Es würde also keinen Sinn machen, den Autopiloten auszuschalten (was sowieso nicht geht). Es ist aber wichtig, ihn bewusst wahrzunehmen.

 

So ist es auch mit unserer inneren Achtsamkeit

Es ist ja nicht so, dass wir morgens aufwachen, und denken: „Irgendetwas stimmt in meinem Leben nicht.“ Und es ist in der Regel auch keine bestimmte Situation, die uns spüren lässt, dass wir uns auf dem falschen Weg befinden. Es ist, wie man so schön sagt, die Summe aller Dinge, die uns an unserem Lebensweg zweifeln lassen.

 

Da sind die negativen Gefühle, die immer wieder auftauchen, bei denen wir aber nicht immer genau wissen, woher sie kommen und was genau sie uns sagen wollen.

 

Die Reaktionen im Umgang mit anderen Personen, die sich einfach nicht abstellen lassen, obwohl wir genau spüren, dass sie uns nicht gut tun.

 

Die Situationen, in die wir uns immer wieder hineinmanövrieren und bei denen wir jedes Mal denken: „Das passiert mir nicht noch mal!“

Aber beim nächsten Mal ist trotzdem wieder alles beim Alten.

 

Wir können uns jetzt  einen Ratgeber nach dem anderen kaufen und hoffen, dass schon irgendwie der richtige Hinweis dabei sein wird.

Wir können aber auch üben, sich erst einmal mithilfe von Achtsamkeit selbst zu erkennen und dann ganz gezielt an den Hindernissen arbeiten.

 

Es geht bei der Achtsamkeit nicht darum, sein TUN zu verändern, sondern es bewusst wahrzunehmen.

 

Das kann zwar durchaus dazu führen, dass du mit der Zeit auch deine Gewohnheiten veränderst, aber nur deswegen, weil du jetzt immer öfter weißt, was du tust.



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Sechs davon möchte ich dir hier gerne ein bisschen näher vorstellen: 

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