Alt St. Alban - Gedenkstätte für die Toten zweier Weltkriege

Direkt am Gürzenich, quasi mit der „Guten Stube Kölns“ verbunden, steht Alt St. Alban, eine der ältesten romanischen Kirchengebäude in Köln.

Viel ist von der Kirche allerdings nicht mehr übrig geblieben. Bis auf die Außenmauer und einen Teil des Turms wurde sie im Krieg völlig zerstört.

 

Die Ruinen von Alt St. Alban, Köln
Alt St. Alban in Köln neben dem Gürzenich

Die Kirche wieder aufzubauen, kam nie wirklich infrage. Stattdessen wurde sie „nur“ gesichert.

 

Im Jahr 1954 gab Kardinal Frings Alt St. Alban frei, sodass die Stadt sie in den Aufbau des Gürzenich mit einbeziehen konnte. 

 

Einzige Bedingung war, dass das Kirchengelände stets so genutzt würde, dass es dem Charakter eines geweihten Ortes entspricht. So entstand diese Gedenkstätte.

 

Gedenkstätte in Köln
Gedenkstätte in Alt St. Alban

Betreten kann man die Ruine nicht. Durch eine Gitterkonstruktion ist sie aber von außen sehr gut einsehbar. Das Innere des Turms, in dem sich seit 1960 die St. Bruder-Konrad-Kapelle befindet, kann allerdings ein paarmal im Jahr, in unregelmäßigen Abständen, besichtigt werden.

 

Trauerndes Elternpaar von Käthe Kollwitz

Mittelpunkt der Gedenkstätte ist eine Nachbildung der Skulptur „Trauerndes Elternpaar“ von Käthe Kollwitz. 

 

Das Original wurde von der Künstlerin zwischen 1914 und 1934 gefertigt, nachdem ihr Sohn Peter 1914 im Krieg gefallen war. Es steht heute auf dem Soldatenfriedhof Vladslo in Belgien.

 

Den Auftrag für die Nachbildung bekam der Künstler Ewald Mataré im Jahr 1953 und gab ihn an seine Schüler Joseph Beuys und Erwin Heerich weiter.

 

Skulptur in Alt St. Alban
"Trauerndes Elternpaar" von Käthe Kollwitz

Als die Gedenkstätte 1959 durch den damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss eingeweiht wurde, hatte sie den Status „Zentrale Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland“. Heute ist sie „Mahnmal für die Toten zweier Weltkriege“.

Ob diese „Degradierung“ mit der langjährigen Vernachlässigung der Gedenkstätte durch die Stadt zusammenhängt, lasse ich jetzt mal im Raum stehen.

 

Neu St. Alban

Im Tausch gegen das Grundstück am Gürzenich bekam die Kirche damals von der Stadt Köln ein Grundstück am Stadtgarten, um dort eine neue Kirche „St. Alban“ zu errichten.

Kirche am Stadtgarten in Köln
Die neue Kirche St. Alban am Stadtgarten

Für den Bau hat man unter anderem Trümmer der alten Kölner Oper verwendet, die 1958 abgerissen wurde. Auch einige erhaltene oder wiederhergestellte Stücke des Inventars der alten Kirche fanden in Neu St. Alban eine neue Heimat.



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