Die Mäzenin und Stifterin Laura von Oelbermann

Oelbermann - beeindruckendes Grabmal auf Melaten
Grabstätte Oelbermann auf Melaten

 

Die Oelbermanns gehörten ihrerzeit zu den reichsten Familien Kölns. Unvergessen bleiben sie aber durch, vor allem Laura Oelbermanns, überaus großherzigem sozialem Engagement.

 

Die Grabstätte der Familie Oelbermann befindet sich auf  Feld 70 am Hauptweg MA (Mittelachse). Das ist der Hauptweg, der von der Trauerhalle an der Piusstraße abgeht. 

Das Grabmal ist leider im Krieg zerstört worden. Ursprünglich hatte der Engel noch zwei imposante Flügel. Aber ich finde es ist auch so schon ein eindrucksvolles Grabdenkmal.

 

Geboren wurde Laura Oelbermann 1846 als Laura Nickel im Herzen von Köln am Alter Markt. Ihr Vater war ein evangelischer Bürstenwarenhändler.

 

1868 heiratete sie Emil Oelbermann, einen Kaufmann, der mit dem Handel von Textilien und Lederhäuten zu Reichtum kam. Seine Geschäfte tätigte er hauptsächlich in den USA, und so wohnten die Oelbermanns auch zehn Jahre in New York. Aber wie das ja bei richtig kölschen Mädchen nun mal so ist, plagte sie mit der Zeit das Heimweh und sie bat ihren Emil doch wieder mit ihr nach Köln zurückzukehren.

 

In Köln wohnten sie zunächst Unter Sachsenhausen 4 in der Stadtwohnung eines verstorbenen Bekannten. 1891 zogen sie in eine stattliche Villa auf dem Hohenstaufenring. 

 

Hier habe ich ein Bild dieses Stadtpalais gefunden. Nicht schlecht oder? Na ja, solange man nicht selber putzen muss, aber ich denke mal, da brauchte sich Frau Oelbermann keine so großen Sorgen drum zu machen.

 

Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1897, gehörte Laura Oelbemann zu den reichsten Frauen Kölns. In Chroniken wird oft beschrieben, was für ein Auflauf  neugieriger Nachbarn auf den Straßen stattgefunden hatte, wenn sie sich mit ihren Freundinnen zum Spaziergang traf.  

 

Kann man sich so richtig vorstellen: 

 

„Häste jesinn? Die Oelbermanns hätt alt widder ene neue Mantel an.“ „Jo, und dat janze Jeschmeide. Nä, wat för enen Zinnober." 

 

Aber Laura Oelbermann hatte, neben all dem Prunk, eben auch ein großes Herz

 

1900 wurde auf ihre Anregung hin die Frauenhilfe des evangelisch-kirchlichen Hilfevereins gegründet. Außerdem gründete sie Stiftungen, durch die Kinderheime und -krippen finanziert werden konnten oder die Palästina-Stiftung (1909), die in Jerusalem den Bau einer Haushaltsschule und eines Hospizes ermöglichten.

 

1918 wurde ihr dafür von Kaiser Wilhelm II ein Adelstitel verliehen. Fortan hieß sie Laura von Oelbermann.

 

Ihre Wohltätigkeit ging selbst über ihren Tod hinaus. In ihrem Testament bedachte sie sowohl ihre Bediensteten als auch verschiedene soziale Einrichtungen. Und sie verfügte den Umbau ihres Hauses zu einem Wohnhaus für erwerbstätige junge Frauen. 

 

Laura-von-Oelbermann-Promenade
Straßenschild im Rheinauhafen

2005 wurde im Rheinauhafen eine Straße nach ihr benannt.

 



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Wie es dazu kam, welche spannenden Lebensläufe und bundesweit bekannten Produkte sich hinter diesen Namen verbergen wird in diesem Bildband erläutert.



Weiterführende Links:

 

>>> Zur Biographieseite Laura Oelbermanns auf dem Portal Rheinische Geschichte

 

>>> Laura Oelbermann auf Wikipedia

 

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