Sagen, Legenden und Anekdoten aus Köln

Wie in jeder alten Stadt gibt es natürlich auch in Köln jede Menge Sagen, Legenden oder Anekdoten. Ich selbst habe einige davon noch in der Schule erzählt bekommen.

Ob das heute noch der Fall ist, weiß ich leider nicht.

 

Jan von Werth Denkmal
Jan von Werth

 

Einer der bekanntesten "Sammler" dieser alten Sagen und Legenden war der Kölner Schriftsteller Goswin Peter Gath (1898 – 1959), der unter anderem auch als „Schang vum Vugelsang“ Geschichten für den Kölner Stadtanzeiger verfasste.

 

In seinem Buch „Kölner Sagen“ präsentiert er einige der schönsten und spannendsten Sagen aus der 2000 jährigen Geschichte Kölns.

Unter anderem erzählt er euch von Hermann Gryns Kampf mit dem Löwen, von dem hässlichen Pilgrim und ihr erfahrt, wo in Köln die Babys herkommen.



 

Ein paar dieser alten Erzählungen möchte ich euch auch gerne hier auf meiner Seite vorstellen. Dabei kann es bei der einen oder anderen Geschichte auch schon mal vorkommen, dass ich versuche, hinter ihre Fassade zu blicken. Das heißt aber nicht, dass ich sie "denunzieren" möchte.

Im Gegenteil: Ich liebe diese alten Geschichten von Köln und möchte auf gar keinen Fall, dass sie in Vergessenheit geraten.

 

„Jede Stadt, ja fast jedes Dorf hat mehr oder weniger seine Sagen, welche die Zeit

geheiligt; und ein Frevel ist es, mit Gewalt dem Volke seinen

Glauben an diese Dinge rauben zu wollen.“ 

 

(Ernst Weyden, Cölns Vorzeit)



Unter Fettenhennen und die Geschichte des Tillmann Isenhaupt

Die Straße mit dem lustigen Namen „Unter Fettenhennen“ liegt zwischen dem Kardinal-Höffner-Platz (Kreuzblume am Dom) und dem Wallrafplatz.

Die Hausnummer 11 ist die Adresse des Café Reichard, vielleicht ist das vielen eher ein Begriff.

Café Reichard in Köln
Café Reichard "Unter Fettenhennen"

Der Name dieser Straße stammt aus einer Zeit, als es in Köln noch gar keine Straßennamen gab.

Damit man sich trotzdem irgendwie zurechtfand, orientierten sich die Leute damals an irgendwelchen Häusern, Plätzen, Bäumen oder sonstigen markanten Punkten.

 

Im 15. Jh. stand hier in der Straße ein Haus, das den Namen „zo der vetter hennen“ trug. Daneben befand sich eine Brothalle. Es ist also gar nicht so unwahrscheinlich, dass hier früher besonders fette Hennen herumliefen, die sich an den ganzen Brotkrumen satt gepickt haben.

 

Im 16. Jh. war "Unter Fettenhennen" das Zentrum in Köln für Buchdruck und Buchhandel. Zu dieser Zeit soll sich auch die folgende Geschichte abgespielt haben:

 

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St. Maria im Kapitol - beeindruckende Kirche mit zahlreichen Legenden

St. Maria im Kapitol ist die größte der 12 großen romanischen Kirchen in Köln. „Kapitol“ deswegen, weil hier früher (ganz früher) ein römischer Tempel stand und die Kirche auf dem Fundament dieses Tempels erbaut wurde.

 

Blick auf St. Maria im Kapitol
St. Maria im Kapitol

 

Einer der Wege zur Kirche führt durch das Dreikönigenpförtchen (Dreikünnijepöötzche).

Es ist zwar geschichtlich nicht gesichert, dass Rainald von Dassel die Gebeine der Heiligen Drei Könige wirklich durch dieses Tor geschleppt hat, da die Gebeine aber zuerst in der Kirche St. Maria im Kapitol aufbewahrt wurden, besteht zumindest die Möglichkeit. Das reicht aber in Köln für die Namensgebung.

 

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Die Geschichte vom "Düxer Bock"

In Deutz auf dem Lorenzplatz, der liegt ziemlich direkt am Gotenring, steht die Statue eines Ziegenbocks. Da man auch in Köln nicht einfach so eine Statue irgendwo hinstellt, ohne dass sich eine Geschichte dahinter verbirgt, hat auch dieser Bock seine Geschichte. Und die erzähle ich euch jetzt:

 

Statue Ziegenbock in Köln Deutz
Der "Düxer Bock"

Hier soll vor langer Zeit einmal ein armer Schneider gewohnt haben. Weil dieser eine Vorliebe für Singvögel hatte, hingen vor seinem Fenster eine ganze Reihe Vogelkäfige. Während er selber das tägliche Gezwitschere liebte, fühlte sich sein Nachbar, ein reicher Steuereintreiber, allerdings erheblich in seiner Ruhe gestört.

 

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Die Geschichte von Jan und ... seiner Mutter

Seiner Mutter? Genau! Die von Jan und Griet kennt ja jeder :)

 

Jan von Werth selbst soll es gewesen sein, der diese liebenswerte Anekdote über seine Mutter immer wieder zum Besten gab:

 

Ihr Name war Elisabeth von Streithagen. Aber wie in Köln so üblich, kannten die meisten sie nur unter dem Namen Liss oder Lies. 

 

Diese Geschichte spielte sich ab, als Jan gerade erst General geworden war. Er hatte sich mittlerweile von seinem Liebeskummer erholt und plante wahrscheinlich schon seinen großen Auftritt an der Severinstorburg, um der eingebildeten Griet zu zeigen, was er alles erreicht hatte.

 

Jans Mutter lebte zu dieser Zeit noch auf dem Land. Den größten Teil ihres Lebens war sie eine einfache und schwer arbeitende Bäuerin.

 

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