Ein Spaziergang am Niehler Strand

Ein Strandspaziergang in Köln? Ja klar!

Und da gibt es sogar mehr als nur eine Möglichkeit. Bei dem herrlichen Wetter in der letzten Maiwoche habe ich mich zu einem Spaziergang am Niehler Strand aufgemacht. 

Strand in Köln Niehl
Niehler Strand

Endhaltestelle Linie 16: Niehl Sebastianstraße und dann runter zum Niehler Damm.

 

Erst zeige ich euch aber noch ein paar Bilder, die ich etwa einen Monat vorher gemacht habe (also nicht wundern, wenn die Bäume da noch nicht grün sind).

Anfang April habe ich nämlich schon der Kirche Alt St. Katharina und dem Heiligen Johannes von Nepomuk einen Besuch abgestattet:

Kirche Alt St. Katharina in Köln Niehl
"Niehler Dömchen" Alt St. Katharina

Die Kirche Alt St. Katharina wird auch Niehler Dömchen genannt und gehört mit zu den 13 kleinen romanischen Kirchen in Köln. Sie steht direkt am Rhein, da wo die Sebastianstraße auf den Niehler Damm trifft.

 

Früher war diese kleine Kirche das einzige Gotteshaus weit und breit, sodass sogar die Nippeser den Weg bis nach Niehl auf sich genommen haben, um hier am Gottesdienst teilnehmen zu können.

Ein wirklich beschaulicher Ort, oder?

 

Vor der Kirche steht die Figur des Heiligen Johannes von Nepomuk und blickt auf den Rhein.

So, jetzt machen wir uns aber auf den Weg zum Strand. Dazu müssen wir erst einmal über die Niehler Hafenbrücke.  

Fußgängerbrücke über den Niehler Hafen, Köln
Niehler Hafenbrücke

In meinem Beitrag 5 ½ x Köln von oben erleben habe ich euch ja schon von meiner Vorliebe für festen Boden unter meinen Füßen erzählt. Deswegen ist es mir immer ein wenig mulmig zumute, wenn ich vorhabe, höheres Terrain zu betreten.

 

Aber ich kann meine Leidensgenossen beruhigen:

Es ist wirklich nicht schlimm. Und man hat auch noch einen tollen Blick über den Rhein und auf den Niehler Hafen. 

Den Hafenblick finde ich jetzt zwar nicht sooo interessant, aber es gibt bestimmt viele, die sich dafür begeistern können. 

Hinter der Brücke laden dann die Rheinauen und der Niehler Strand zum Spaziergang ein:

Hinter der Niehler Hafenbrücke beginnen die Rheinauen und der Niehler Strand
Am Molenkopf

Natürlich habe ich auf meinem Weg auch Bilder gemacht, schließlich möchte ich euch ja die Gegend zeigen und vielleicht auch dazu animieren, selber mal auf Entdeckungstour in der eigenen Stadt zu gehen.

 

Allerdings versuche ich auch immer darauf zu achten, dass die Entspannung, die (innere und äußere) Ruhe und die Achtsamkeit im Vordergrund stehen und meine Spaziergänge nicht in eine wilde Knippserei ausarten.

Dann würde für mich der Sinn dieser Spaziergänge nämlich verloren gehen.  

Mittlerweile bin ich am Cranachwäldchen angekommen. Zeit, eine kleine Pause einzulegen und euch eine nette Geschichte über diesen Ort zu erzählen:

Wildes Saufgelage am Cranachwäldchen

Am 5. Juli 1926 ging es in diesem beschaulichen Wäldchen alles andere als ruhig zu. An diesem Tag verunglückte auf Höhe der Südbrücke ein Schleppkahn und kenterte. Die Ladung: einhundert Weinfässer mit je 1000 Liter Inhalt.

Der Kahn selber war wohl nicht mehr zu retten, die Ladung hingegen strandete genau hier am Ufer dieses Wäldchens.

 

Die Nachricht von diesem ungewöhnlichen Strandgut verbreitete sich anscheinend wie ein Lauffeuer in der ganzen Gegend (und das ganz ohne Facebook und Twitter), denn von überallher kamen die Menschen angelaufen, um sich hier kostenlos ihre Weinvorräte aufzufüllen ... oder um sich sofort an Ort und Stelle einer spontanen Weinorgie hinzugeben.

 

Ihr könnt euch bestimmt auch lebhaft vorstellen, wie es hier nach ein paar Stunden ausgesehen hat.

Waldstück am Rhein in Köln-Niehl
Das Cranachwäldchen: Ein idyllisches Fleckchen am Rhein.

Das Cranachwäldchen ist übrigens nach dem ehemaligen Gouverneur der Region Lucas von Cranach (1818-1894) benannt. Im 19 Jh. befand sich an dieser Stelle ein Exerzierplatz, auf dem auch Schießübungen stattfanden.

 

Und weil sich die Bauern der Gegend laufend über den Kugelhagel beschwerten, der ihnen um die Ohren flog, ordnete dieser besagte Gouverneur die Anpflanzung von Schwarzpappeln an, die diesen Beschuss abfangen sollten.  



 

Das Cranachwäldchen gehört, laut Bernd Imgrund, mit zu den 111 Orten in Köln, die man gesehen haben muss.

Mittlerweile ist diese Reihe sogar noch um einige Bänder angewachsen und es lohnt sich, immer mal wieder darin zu stöbern.

Ihr findet dort ganz bestimmt Orte in Köln, die ihr bis jetzt noch kanntet, und die es sich lohnt, einmal zu besuchen.




Niehl habe ich jetzt so langsam hinter mir gelassen und befinde mich nun im Stadtteil Riehl. Einige von euch erinnern sich vielleicht noch an die frühen 70er Jahre des letzten Jahrhunderts (wahnsinn, wie sich das anhört, oder?).

 

Jedenfalls gab es hier zwischen 1971 und 1975 einen Vergnügungspark >>> den Tivoli. Und ich habe doch tatsächlich im Netz eine Seite gefunden, auf der noch Bilder aus der damaligen Zeit gezeigt werden.

 

Wer also in Erinnerungen schwelgen möchte, der sollte sich die Seite von Jürgen Niessen einmal ansehen.

Zum Schluss noch ein paar Schäfchen gezählt ...

Jetzt kann ich schon die Spitzen der Mülheimer Brücke sehen und auch einen Blick auf Mülheim selbst werfen. Deswegen wird diese Gegend hier auch "Mülheimer Heide" genannt. 

 

Die Spitzen der Mülheimer Brücke
Die Spitzen der Mülheimer Brücke
Blick über den Rhein auf Mülheim
Blick über den Rhein auf Mülheim
Blick auf Köln Mülheim mit Mülheimer Brücke
Blick auf Köln Mülheim mit Mülheimer Brücke

Und da dringen doch am Ende meines Spaziergangs tatsächlich noch Geräusche an mein Ohr, die ich schon ewig nicht mehr gehört habe. Da musste ich mich einfach noch mal auf die Bank setzen und lauschen.

 

 

Wäre ich etwas später hier gewesen, hätte ich vielleicht noch einen Abstecher zu dem Biergarten am Axa-Hochhaus gemacht. Früher war hier einmal das Riehler Bad, das älteste Freibad Kölns.

 

Axa-Hochhaus in Riehl und die Domspitzen
Axa-Hochhaus in Riehl und die Domspitzen

Nachdem das Bad 1986 geschlossen wurde, und anschließend rund 6 Jahre brachlag, hat man das Gelände 1992 wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

 

Seit 1996 befindet sich dort das Rhein-Sommergarten-Restaurant, das nicht wenige als den schönsten Biergarten der Stadt bezeichnen.  



Ich hoffe, dieser Spaziergang hat dir ein bisschen gefallen und vielleicht auch dazu animiert, selbst (mal wieder) auf Tour zu gehen.

 

Oder hast du vielleicht auch so einen Ort, an dem du wahnsinnig gerne spazieren gehst, um Ruhe zu tanken? 

 

Gerne kannst du uns hier oder auf meiner Facebookseite davon erzählen. Außerdem bist du herzlich eingeladen, dich unserer Gruppe Entspannt durch Köln anzuschließen. Auch hier wird immer mal wieder von interessanten Orten in Köln berichtet, die es sich zu entdecken lohnt.



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und sage schon mal

DANKE!

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