Was Selbstbewusstsein mit Achtsamkeit zu tun hat

 

Selbstbewusstsein, selbstbewusst sein, sich seiner SELBST bewusst sein. Wenn du dir diese Wörter mal so richtig auf der Zunge zergehen lässt, merkst du dann auch diese unwahrscheinliche Kraft, die dahintersteckt? 

Viele Probleme entstehen durch ein fehlendes oder ein falsches Selbstbewusstsein und lösen sich durch einen bewussteren und achtsameren Umgang mit sich selbst fast wie von alleine auf. 

Auch wenn ich mich jetzt als Korinthenkacker oute ;), es gibt in der deutschen Sprache einige Wörter, die als Synonym verwendet werden, die meines Erachtens ganz verschiedene Bedeutungen haben. Dazu gehören auch die Wörter Selbstbewusstsein, Selbstachtung, Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen usw.

Ich finde die allgemeine Verwendung dieser Wörter oft sehr merkwürdig, denn wenn man sie sich ohne die Vorsilbe „Selbst“ ansieht, würde man die Wörter niemals als Synonym verwenden.

Bewusstsein – Achtung – Wertgefühl – Vertrauen

Das Selbstbewusstsein ist der Grundstock, darauf kannst du aufbauen

Meiner Erfahrung nach ist das Selbstbewusstsein das Erste, an dem du arbeiten solltest, wenn du dich entschlossen hast, ein entspanntes und selbstbestimmtes Leben zu führen.

Denn sei doch mal ehrlich: Wie willst du dir vertrauen, wenn du dich überhaupt nicht richtig kennst? Wenn du dir eben nicht all deiner Stärken, deiner Schwächen und deiner Bedürfnisse bewusst bist.

Du würdest doch schließlich auch keinem anderen Menschen vertrauen, den du nicht (oder nicht richtig) kennst, oder?

Selbstbewusstsein ist praktisch der Grundstein, auf dem aufgebaut werden kann. Bevor du dir vertrauen oder dich achten kannst, solltest du dir deiner bewusst sein. Danach kannst du weiter arbeiten.

Oder stell dir dein Selbstbewusstsein wie eine Wurzel vor, die dich fest in deinem Leben verankert. Je stärker diese Wurzel ist, desto kraftvoller sind auch die Früchte, die dein (Lebens-)Baum tragen wird. 

Das Wichtigste für ein starkes Selbstbewusstsein ist ein achtsamer Umgang mit deinen Gedanken und mit deinen Gefühlen

Das hilft dir ...

 

>>> Deine Stärken zu erkennen, sie hervorzuholen und auszubauen

 

>>> Deine Schwächen zu erkennen, sie zu beheben oder zu akzeptieren

 

>>> Deine Bedürfnisse (immer öfter) zu erkennen und sie dir zu erlauben

Verabrede dich dazu, am besten regelmäßig, mit dir selbst

„Keine Zeit“ gilt hier nicht:

 

Willst du jemanden richtig kennenlernen, musst du dich mit ihm beschäftigen. Was für den Umgang mit anderen Menschen gilt, gilt erst recht in einer Beziehung mit dir selbst.

Beginne diese Verabredungen mit einer Entspannungsübung.

Das kann eine kurze Meditation sein, das können bewusste Atemübungen sein oder du kannst dich auch mit schöner Entspannungsmusik in die richtige Stimmung versetzen.

Ich selber verbinde diese Verabredungen häufig mit einem Spaziergang in der Natur. Dann setze ich mich irgendwo hin und lasse meinen Gedanken (schriftlich) freien Lauf.

Da sind wir dann auch schon beim nächsten Tipp:

 

>>> Schreibe deine Erkenntnisse auf >>> Führe also ein Bewusstseinstagebuch

 

Das hat den Vorteil, dass deine Gedanken „greifbar“ sind. Du kannst dieses Tagebuch immer wieder zur Hand nehmen und so auch die kleinsten Veränderungen wahrnehmen.

Denn auch dein Bewusstsein wird sich im Laufe der Zeit verändern. Besonders dann, wenn du dich regelmäßig damit beschäftigst.

  

Fragen, die dich auf dem Weg zu mehr Selbstbewusstsein weiterbringen:

  • Was sind meine Werte/meine Überzeugungen? 
  • Stehe ich für meine Werte/meine Überzeugungen ein? Wo herrscht noch Handlungsbedarf?
  • Was sind meine Stärken? Wo kann ich sie einbringen?
  • Wo sind meine Schwächen? Kann ich daran arbeiten? Will ich überhaupt daran arbeiten oder kann ich sie auch akzeptieren?
  • Welche (unbewussten) negativen Glaubenssätze hindern mich an meinem Wachstum?
  • Was sind meine wirklichen Bedürfnisse? Erlaube ich mir sie zu haben, geschweige denn, sie einzufordern?

Du musst natürlich nicht alle Fragen auf einmal beantworten. Vielleicht möchtest du dich einen Tag besonders mit deinen Stärken beschäftigen und ein anderes Mal hast du das Bedürfnis, deinen (unbewussten) Glaubenssätzen auf den Grund zu gehen.

 

Wichtig ist nur, dass du einmal beantwortete Fragen nicht als dauerhaft beantwortet abhakst. Denn, wie gesagt, wenn du dich intensiv mit dir selbst beschäftigst, verändert sich auch dein Bewusstsein und es ist deswegen sinnvoll immer mal wieder zu reflektieren, ob und wie du dich (weiter-) entwickelt hast. 

 

Plötzlich wird alles viel klarer

So kann es passieren, dass du dich schon ewig mit der Lösung eines Problems beschäftigt hast und dann feststellst, dass dein eigentliches Problem ganz woanders liegt.  

 

So wie Alexander: 

 

Alexander hatte schon einige Jobs, aber irgendwie war das alles nicht das Richtige für ihn. Obwohl viele Tätigkeiten dabei waren, die ihm eigentlich Spaß machten, waren es meistens die Vorgesetzten, mit denen er nicht klarkam.

Er hasste es, sich von jemandem etwas sagen zu lassen. In seinen Augen war eine Selbstständigkeit das einzig Wahre, um seine Probleme zu lösen. Nur was sollte das sein? 

 

Erst als er anfing, sich ganz bewusst mit sich selbst zu beschäftigen, wurde ihm langsam klar, dass er ein grundsätzliches Problem mit Autoritätspersonen hatte. Er fühlte sich klein und nicht ernst genommen, wenn er jemandem gegenüberstand, der augenscheinlich eine höhere Position innehatte, als er selbst. So konnte das natürlich auch mit einer Selbstständigkeit nicht funktionieren. 

Er würde immer auf Menschen stoßen, mit deren Auftreten er nicht zurechtkäme.

 

Als Alexander aber dann gelernt hatte, seinen Vorgesetzten souverän gegenüberzutreten und, zwar respektvoll, aber bestimmt seine Anliegen vorzubringen, klappte es auch mit dem Spaß an einem Angestelltendasein.

Und wer weiß, vielleicht klappt es ja so auch irgendwann mit einer Selbstständigkeit.

 

Wenn du dir deiner selbst erst einmal richtig bewusst bist, dann gehen Liebe und Vertrauen Hand in Hand. Das ist in einer Beziehung zu dir selbst genau so, wie in jeder anderen Beziehung auch: Sie muss bewusst gelebt werden. Eine Beziehung, die nicht bewusst gelebt wird, läuft einfach so nebenher. Und irgendwann stellst du fest: „Ups, da ist ja gar nichts mehr“. 



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