Woran denkst du, wenn du das Wort „Geschichten“ hörst?
An die Oma, die ihren Enkel auf dem Schoß hat und ihm aus einem Buch vorliest?
An den spannenden Roman, den du gestern Abend nicht weglegen konntest?
Vielleicht auch an die Geschichte, die deine Tochter dir letzte Woche erzählt hat, als sie eine Stunde später als abgemacht nach Hause gekommen ist?
Oder sind es vielleicht die vielen spannenden Geschichten, die Onkel Egon immer beim Familientreffen zum Besten gibt?
Es geht mir dabei gar nicht um die „großen“ Ereignisse, die eine tiefe Spur hinterlassen. Ich denke vielmehr an die vielen kleinen alltäglichen Geschichten und Episoden, die das Herz berühren können. Wenn wir sie beachten.
Und genau darum geht es:
Es geht darum, auf diese kleinen Geschichten zu achten ... und auf die Emotionen, die damit einhergehen. Denn nur so können daraus später Erinnerungen werden.
Für die meisten Menschen besteht der Tag einfach aus unzähligen aneinandergereihten Ereignissen. Wenn wir daraus aber Geschichten machen, dann (be)greifen wir das Leben.
Ansonsten kommt es uns vielleicht irgendwann vor, als sei es an uns vorbeigerauscht, wie die Landschaft während einer schnellen Zugfahrt.

Natürlich ist mir auch klar, dass es nicht nur schöne Geschichten sind, die das Leben so erzählt.
Ganz gewiss nicht.
Aber liegt die Entscheidung nicht bei uns selbst, aus welchem Blickwinkel heraus wir unsere Erlebnisse betrachten?
Und lohnt es sich nicht, auch aus den nicht so schönen Erlebnissen eine Geschichte zu machen, aus der wir (und auch andere) etwas für das Leben mitnehmen können?