Wie bei einem Baum sorgen auch bei uns die Wurzeln für Halt. Wie bei einem Baum nähren sie uns und lassen uns wachsen. Und wie bei einem Baum müssen wir manchmal ein wenig tiefer graben, um an unsere Wurzeln zu kommen.
Es sind unsere Erfahrungen und Prägungen, Glaubenssätze und kulturelle Einflüsse, Werte und Geschichten, die uns – oft über Generationen hinweg – begleiten. Sie beeinflussen unser Denken, Fühlen und Handeln. Auch dann, wenn sie uns nicht bewusst sind.
Wenn wir unsere Wurzeln stärken wollen, müssen wir sie uns erst einmal in unser Bewusstsein holen. Wir können nur das stärken, was wir kennen.
Ich finde ja, in diesem Satz steckt eine wahnsinnige Kraft.
Aber es ist doch so:
Wie wollen wir ein freudvolles Leben führen, wenn wir gar nicht wissen, was uns Freude bereitet? Und damit meine ich nachhaltige Freude und nicht nur kurzfristige Lustbefriedigung (was natürlich zwischendurch auch sein darf).
Wie sollen wir unsere Stärken ausbauen und in die Welt bringen, wenn sie uns nicht bewusst sind?
Wie unsere Bedürfnisse befriedigen, wenn wir sie nicht kennen?
Wie mutige Entscheidungen treffen, wenn wir keine Ahnung davon haben, was wir genau wollen?
Wie können wir uns selbst verwirklichen, ohne zu wissen, was überhaupt verwirklicht werden möchte?
Meine Wurzeln liegen in Köln. Aber nicht weil ich hier geboren und aufgewachsen bin. Wurzeln entstehen nicht nur deswegen, weil ein Ort auf der Geburtsurkunde angegeben ist.
Auch wenn die Kölner gerne sagen:
Köln kann man nicht beschreiben – Kölle is e Jeföhl,
glaube ich nicht, dass uns dieses Gefühl von Heimat und Verbundenheit automatisch mit in die Wiege gelegt wird.
>>> Köln - meine Stadt und ich